Der „Experte“, der alles weiss.

Der Kenner und Experte meldet seinen ACD zu einer grossen Internationalen Hundeausstellung. Er ist sicher, den zukuenftigen Sieger an der Leine zu haben. Generoes erklaert er dort ungefragt seinen Ringnachbarn, nachdem er einen kurzen Blick auf die Konkurrenten geworfen hat, den er eigentlich gar nicht brauchte, dass hier nur minderwertige Qualitaet vertreten sei. Er zaehlt die vermeintlichen Fehler der anderen auf. Wer ausser ihm, sollte das so genau wissen, er habe immerhin bereits drei Wuerfe gezuechtet.

Um sicher zu sein, das der auslaendische Richter auch die Qualitaet seines ACD beurteilen kann, macht er den Ringsteward auf diese Tatsache aufmerksam.
Der Richter begutachtet jeden einzelnen Hund gruendlich, betrachtet lange den Hund in der Bewegung, hin und zurueck, sowie im Kreis. Schliesslich kommt er zur Platzierung. Nr.4 wird gebeten weiter nach vorn zu gehen. Nr. 3 wird auf den Platz davor verwiesen. Nr. 2 wird vom Richter gewaehlt. Unser „Experte“ ist bereit, das EX 1 zu empfangen. Nur, was ist das? Der Richter entscheidet sich fuer einen anderen Hund, stellt ihn auf Platz 1 und gratuliert ihm und den anderen.
Was fuer ein empoerender Skandal! Noch im Ring droht er lautstark seinem Hund, er wuerde auf der Stelle verkauft. Und fuegt hinzu, dass dieser unfaehige Richter wahre Qualitaet nicht erkennen kann.
Ausserhalb des Rings, in dem ihm sein Sieg gestolen wurde, erzaehlt er jedem, dass sein Hund mehr gewonnen hat als so eine lausige Klasse unter einem so lausigen Richter. Und eins sei sicher, dieser Richter haette ihn zum letzten Mal gesehen.
Spaeter fragt ihn ein Besucher, „wer wurde Rassebester bei den ACD“? Was fuer eine daemliche Frage.Fremde Hunde interessieren ihn nicht.Der Richterbericht bleibt ungelesen auf der Bank am Ring zurueck.
Unser „Experte“ geht geradewegs zum naechsten Imbissstand und bestellt sich ein grosses Bier und kommt zu dem Schluss, dass er wieder einmal „Perle vor die Saeue geworfen hat“
©Doris Duewel

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Über acdisla

Mit 20 Jahren war ich verheiratet und mit 28 Jahren hatte ich drei Töchter. Ih war eine gute Hausfrau und Mutter. Kochen, Waschen, Hausaufgaben mit den Kindern, kutschierte alle zu den Freizeitaktivitäten und, und und. Abends dann Befriedigung des Ehemanns. Mit 37 Jahren war ich am Ende. Drei Selbstmordversuche zeigten meine Verzweiflung. Geändert haben sie an meiner ehelichen Einöde nichts. Ich rettete mich durch Scheidung, lernte mit Feuereifer und fand einen interessanten, mich fordernden Beruf.Unterstuetzung gab mir eine neue Freundin. Die Rechnung fuer 17 Jahre ehelicher Vergewaltigung kam in Form eines Koma in dem eine meiner drei Töchter neben meinem Bett sass. Das folgende Jahr verbrachte ich im Krankenhaus und erholte mich langsam von einer fast ganzseitigen Lähmung, Verlust meiner Muttersprache und meiner Erinnerung. Halbwegs wieder intakt, bekam ich Multiple Sklerose. Nach einem langjährigen Versuch Kindern in einem Kuenstlerdorf Sport beizubringen, habe ich einen idyllischen Restbauernhof gekauft und ein Hotel fuer Hunde aufgemacht. Das wurde der grösste und erfolgreichste Spass in meinem Leben. Inzwischen fand ich in Finnland ein traumhaftes Zuhause. Auf 50 000 qm konnen wir und unsere Hunde so frei leben, wie wir es uns erträumt hatten. Mir hat die MS inzwischen einen elektrischen Rollstuhl beschert, was der Mobilität ganz neue Dimensionen gibt. Meine Gedanken habe ich hier teils in Reimen, teils in Prosa aufgeschrieben. Viel Spass beim Lesen.
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