Handicapped – aber gluecklich!

Die selbstlose Zuwendung dreier Australian Cattle Dogs

© Text und fotos: Bonnie Beamer, Erieville, North Syracuse, N.Y. USA

Was geht wohl in einem an Dementia erkrankten Patienten vor, der sich zwar nicht mehr erinnert, was er zum Mittagessen ass, aber sofort die drei Cattledogs, DOLLY, ROWDY, BEAMER und Bonnie, seine Besitzerin wiedererkennt, wenn sie zu seiner Freude kommen? Ganz ohne Zweifel haben Hunde die Faehigkeit kranke und alte Menschen zu aktivieren und zu stimulieren, selbst wenn ihre Erinnerung in grossen Teilen bereits versunken ist. Sie bringen nicht nur Freude in ihr Leben zurueck, sondern auch die Erinnerung an Hunde, die ihr Leben einst bereicherten.Und waehrend sie Bonnie von ihnen erzaehlen, kehrt freudige Erinnerung zurueck.

Jeden Nachmittag kuemmern sich BEAMER (14), ROWDY (9) und DOLLY (4) um die Bewohner eines Pflegeheims im Staat New York, USA. Sie zeigen ihnen all ihre Unterordnungs Uebungen, ihre kleinen Tricks und schenken ihnen ihre Zuneigung.

Sie machen die Menschen gluecklich mit dieser , nie langweilig werdenden Unterhaltung.

Meine eigene Mutter, die hier nach einem Schlaganfall lebt, bleibt fuer gewoehnlich immer in ihrem Zimmer, aber wenn die ACDs kommen, leistet sie in ihrem Rollstuhl den anderen Gesellschaft. Sie gibt gern mit ihnen an.

Es ist es immer schwierig mit den Hunden das Heim zu verlassen, denn normalerweise ist es nie mit einer Stunde getan, sondern den Bewohnern gelingt es fast immer daraus zwei Stunden zu machen.

Sie fuehlen sich bereichert und auch meine Hunde fuehlen sich dort zu Hause, denn sie beobachten sehr genau, wer kommt und geht.

Einmal schlief eine der Bewohnerinnen in ihrem Rollstuhl und schnarchte wirklich laut, was Rowdy ziemlich beunruhigte. Er ging zu ihr, setzte sich und starrte sie an. Nach einigen Minuten beruehrte er sanft ihr Knie mit seiner Nase, waehrend er neben ihr lag.Als sie aufwachte lag ein Laecheln auf ihrem Gesicht.Ein Arzt,der gerade seine Familie besuchte, beobachte die Szene und sagte, dass ROWDY vermutlich beunruhigt ueber ihre Atmung war.

Ich kann nur bestaetigen, dass die kranken und alten Menschen mehr miteinander sprechen und immer wieder ihr Erstaunen darueber aeussern, wie gut erzogen meine drei Hunde sind, und dass sie alles tun, was ich ihnen sage.

Viele sprechen ueber ihre frueheren Hunde oder Katzen bevor sie ins Pflegeheim kamen, wo uebrigens auch die Haustiere der Bewohner willkommen sind.

Die meisten Patienten taetscheln gluecklich die Hunde, einige wuerden sie am liebsten buchstaeblich mit ihrer Liebe ueberfallen. DOLLY ist eine der Cattledogs, die sich gern knuddeln laesst. Aber ROWDY und BEAMER sind typische ACDs: liebevolles Reden gern, aber bitte kein Taetscheln.

Die Aerzte glauben uebrigens, dass die Gesellschaft von Hunden fuer die Patienten eine wertvolle Therapie darstellen!

Über acdisla

Mit 20 Jahren war ich verheiratet und mit 28 Jahren hatte ich drei Töchter. Ih war eine gute Hausfrau und Mutter. Kochen, Waschen, Hausaufgaben mit den Kindern, kutschierte alle zu den Freizeitaktivitäten und, und und. Abends dann Befriedigung des Ehemanns. Mit 37 Jahren war ich am Ende. Drei Selbstmordversuche zeigten meine Verzweiflung. Geändert haben sie an meiner ehelichen Einöde nichts. Ich rettete mich durch Scheidung, lernte mit Feuereifer und fand einen interessanten, mich fordernden Beruf.Unterstuetzung gab mir eine neue Freundin. Die Rechnung fuer 17 Jahre ehelicher Vergewaltigung kam in Form eines Koma in dem eine meiner drei Töchter neben meinem Bett sass. Das folgende Jahr verbrachte ich im Krankenhaus und erholte mich langsam von einer fast ganzseitigen Lähmung, Verlust meiner Muttersprache und meiner Erinnerung. Halbwegs wieder intakt, bekam ich Multiple Sklerose. Nach einem langjährigen Versuch Kindern in einem Kuenstlerdorf Sport beizubringen, habe ich einen idyllischen Restbauernhof gekauft und ein Hotel fuer Hunde aufgemacht. Das wurde der grösste und erfolgreichste Spass in meinem Leben. Inzwischen fand ich in Finnland ein traumhaftes Zuhause. Auf 50 000 qm konnen wir und unsere Hunde so frei leben, wie wir es uns erträumt hatten. Mir hat die MS inzwischen einen elektrischen Rollstuhl beschert, was der Mobilität ganz neue Dimensionen gibt. Meine Gedanken habe ich hier teils in Reimen, teils in Prosa aufgeschrieben. Viel Spass beim Lesen.
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