Interview mit Carol Beckett of TAGETARL KENNELS

Das bisschen andere Interview
Carol Beckett von TAGETARL KENNELS, Australia
beantwortet Doris’ Fragen

Bindung und Geburt

Doris Duewel an Carol Beckett:

„Was bedeuten Dir die „Australian Cattle Dogs“? Beruehren sie nach all den Jahren des Zusammenlebens noch immer Deine Seele?“
Carol Beckett:
„Ich hatte mich bereits als Kind in sie verliebt, durfte aber nie einen besitzen. Meine Familie gehoerte nicht zu den Leuten, die fuer einen Hund Geld bezahlten. Trotzdem hatten wir immer einige Hunde um uns. Spaeter konnte ich einfach nicht ohne einen, oder besser zwei ACDs an meiner Seite leben. Fuer mich sind sie einfach die perfekten Hunde. Sie verstehen jeden Deiner Gedanken, jede Deiner Gemuetsbewegungen fast noch ehe bevor du sie selbst erkennst.
Kuerzlich reiste ich eine Woche lang mit meiner Freundin und sieben meiner Hunde zu verschiedenen Ausstellungen.
Obwohl sie meine Hunde von unseren regelmaessigen Trips zu Ausstellungen kannte, hatte sie doch nie, ausserhalb der Shows, wirklich Zeit mit ihnen verbracht.
Diese Woche, in der wir zusammen reisten und die Hunde zum Toben rausliessen, gaben ihr Einblick in mein alltaegliches Leben. Sie erkannte, dass ihr nie bewusst war, wie sehr jeder Hund eine unterschiedliche und individuelle Persoenlichkeit besass und, dass sie sich alle miteinander auf so verschiedenen Ebenen verstaendigten. Sie kannte sie vorher lediglich beim Namen, aber jetzt erkannte sie, wie jeder einzelne war.
Genau deswegen liebe ich die Rasse und bin von ihnen jeden Tag umgeben.“

Doris:“Wo und unter welchen Umstaenden werfen Deine Zuchthuendinnen? Sind sie in einem von Dir getrennten Raum? Brauchen Sie menschliche Gesellschaft oder ziehen sie es vor, allein ihre Welpen zur Welt zu bringen?“
Carol:
„Ich bin waehrend des ganzen Geburtsvorgangs bei unseren Huendinnen.Unsere Maedchen moegen es, dass ich waehrend der Geburt bei ihnen bin. Oft rufen sie nach mir, dass ich kommen soll oder sie verhalten die Geburt bis ich nach Hause komme und beginen erst dann mit der Geburt.
Wir haben einen abgetrennten Teil in unserem Haus, der extra fuer werfende Huendinnen und junge Welpen gebaut wurde.
Wenige Wochen vor dem Geburtstermin zieht die Huendin hierhin um. Hier haben wir eine Heizung, Licht, Air Conditioning und einen Kuehlschrank fuer Medikamente, Extras fuer die Nahrung und jede Menge Reinigungsbedarf.
Ich sitze bei der Huendin waehrend der Geburt und ueberpruefe spaeter alle zwei Stunden sie und die neugeborenen Welpen. Das mache ich Tag und Nacht waehrend der ersten Woche, bis ich sicher sein kann, dass die Welpen regelmaessig gut gefuettert werden und zunehmen.Auch ueberpruefe ich den Blutkreislauf der Kleinen und pruefe, dass sie nicht austrocknen, damit ich sofort eingreifen kann.
Im allgemeinen sind ACDs sehr gute Muetter. Trotzdem habe ich immer ein sorgfaeltiges Auge auf alle Eventualitaeten, bis ich zufrieden bin, dass es den Welpen gut geht und die Mutterhuendin sie korrekt versorgt.“

Doris:
„Wird bei Dir jeder Wurf einzeln geboren oder kommt es vor, dass Du mehr als einen Wurf zur selben Zeit liegen hast?“
Carol:
„Die meisten unserer Huendinnen werden zur gleichen Zeit heiss oder doch zeitlich nahe. Deshalb haben wir oft mehr als einen Wurf zur selben Zeit.
Wir haben hier zwei verschiedene Saisons, eine kuehle, trockene Saison von Mai bis September und eine sehr heisse mit hoher Luftfeuchtigkeit und nasse Saison von Oktober bis April.
Wir versuchen unsere Wuerfe an den Anfang der trockenen Saison zu verlegen. Es ist praktisch zwei Huendinnen zur gleichen Zeit zu decken, denn wenn eine einen sehr grossen Wurf hat, waehrend die andere nur wenige Welpen zu versorgen hat, kann man manchmal einige Welpen von der einen Muter zu dem Wurf der anderen geben. Doch das geht nur, wenn die Huendinnen in etwa gleich alt sind und man muss diesen Tausch sehr vorsichtig vornehmen, damit die Adoptivmutter die Welpen akzeptiert.
Wenn wir einen grossen Wurf bekommen, fuerttern wir in der Regel die Welpen zu mit Spezialmilch.“

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Über acdisla

Mit 20 Jahren war ich verheiratet und mit 28 Jahren hatte ich drei Töchter. Ih war eine gute Hausfrau und Mutter. Kochen, Waschen, Hausaufgaben mit den Kindern, kutschierte alle zu den Freizeitaktivitäten und, und und. Abends dann Befriedigung des Ehemanns. Mit 37 Jahren war ich am Ende. Drei Selbstmordversuche zeigten meine Verzweiflung. Geändert haben sie an meiner ehelichen Einöde nichts. Ich rettete mich durch Scheidung, lernte mit Feuereifer und fand einen interessanten, mich fordernden Beruf.Unterstuetzung gab mir eine neue Freundin. Die Rechnung fuer 17 Jahre ehelicher Vergewaltigung kam in Form eines Koma in dem eine meiner drei Töchter neben meinem Bett sass. Das folgende Jahr verbrachte ich im Krankenhaus und erholte mich langsam von einer fast ganzseitigen Lähmung, Verlust meiner Muttersprache und meiner Erinnerung. Halbwegs wieder intakt, bekam ich Multiple Sklerose. Nach einem langjährigen Versuch Kindern in einem Kuenstlerdorf Sport beizubringen, habe ich einen idyllischen Restbauernhof gekauft und ein Hotel fuer Hunde aufgemacht. Das wurde der grösste und erfolgreichste Spass in meinem Leben. Inzwischen fand ich in Finnland ein traumhaftes Zuhause. Auf 50 000 qm konnen wir und unsere Hunde so frei leben, wie wir es uns erträumt hatten. Mir hat die MS inzwischen einen elektrischen Rollstuhl beschert, was der Mobilität ganz neue Dimensionen gibt. Meine Gedanken habe ich hier teils in Reimen, teils in Prosa aufgeschrieben. Viel Spass beim Lesen.
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