PRA – was wissen wir wirklich?

© Bernadette Merchant

Fortschreitender Verlust des Sehvermoegens beim Australian Cattle Dog und dem Australian Stumpy Tail Cattle Dog – Wieviel wissen wir wirklich?

Mein Name ist Bernadette Merchant und ich halte und zuechte beide Rassen seit mehr als 20 Jahren, in denen ich mich immer auch fuer ihre Gesundheit interessierte.Jedes Jahr habe ich die Augen meiner Hunde untersuchen lassen bis ich 1999 anfing mir Gedanken ueber prcd-PRA der erforschten genetischen Variante,zu machen. Prcd-PRA ist fuer die meisten Faelle eines spontanen Augenlichtsverlust beim Australian Cattle Dog verantwortlich.. PRA ist eine fortschreitende Erkrankung, die in vollkommender Blindheit endet, oft sogar schon bei jungen Hunden.

Im selben Jahr begann ich Dr. Greg Acland von der Cornell Universitaet in USA Blutproben zu schicken. Ich wollte endlich deutliche Antworten, die meine eigenen Zuchtauswahlkriterien bei den Stumpies ,die einen viel kleineren Genpool haben, stuetzten.

Meine jaehrlichen Augenuntersuchungen setzte ich fort, schrieb aber jetzt die Ergebnisse und Verwandschaftsgrade meiner Zuchttiere auf.

Die Kenntnis der DNA brachte uns den Durchbruch fuer viele genetische Erkrankungen bei vielen Rassen.

(inklusive den prcd-PRA Test fuer den Australian Cattle Dog). Mit Unterstuetzung von Noreen Clark konnte ich auch die Zusammenarbeit mit Dr. Greg Acland und anderer bei Optigen in den USA gewinnen, um herauszufinden, ob das verantwortliche Genmuster bei beiden Rassen dasselbe war – wie man annehmen koennte.

2002 brachte ich 19 Australian Cattle Dogs zu Dr. Bruce Robertson zur jaehrlichen Augenuntersuchung. Ich war entsetzt, als er bei zweien meiner ACDs klassische Symptome einer beidseitigen PRA feststellte.

Man sollte doch wirklich annehmen, dass nach mindestens 16 Jahren Zucht mit prcd-PRA freien Hunden, dies unmoeglich war.

Jetzt wurde 20 Australian Stumpy Tail Cattle Dogs Blut entnommen und die Proben zu Dr. Greg Acland in der Universitaet von Cornell geschickt. Er sollte herausfinden, ob sie tatsaechlich denselben Chromosomenfehler zeigten, der PRA beim ACD verursacht, einer Rasse, die bereits als eine der von PRA befallenen Rassen erkannt worden war.

Die Tatsachen erhaerteten sich und in der Folge wurde 10 Monate spaeter ein prcd-PRA Test fuer Australian Stumpy Tail Cattle Dog zur Verfuegung gestellt.

Nun hatten wir einen DNA Test und die Mittel, um erkrankte Tiere und Traeger der Krankheit heraus zu filtern. Das sollte es uns ermoeglichen schrittweise die Krankheit zu eliminieren – Problem geloest oder? So dachten wir jedenfalls.
Obwohl wir nun den DNA Test hatten, und meine Zuchthunde 16 Jahre lang frei von PRA befundet worden waren, entschloss ich mich, alle zwei Jahre die Hunde ophtmologisch untersuchen zu lassen. Mir war klar, das es mehr als eine Form der Augenerkrankung bei vielen Rassen gibt und, dass der Zweck eines Nationalen Augenuntersuchungsschema notwendig wurde, um unerwartete Entwicklungungen bei jeder Rasse zu ueberwachen.

2008 passierte es, dass ein junger ASTCD, der nicht von der bekannten prcd-PRA Form befallen sein konnte, weil sein Status bekannt war,mit noch nicht ganz drei Jahren erblindete. Ein in der Folge gemachter DNA Test bestaetigte, dass er „A“ war. Bei einem zweiten Hund aus demselben Wurf wurde ebenfalls die „Nicht standardgemaesse oder aypische Form der PRA“ festgestellt .Beide Hunde haben fuer weitere Forschungen Blut gespendet und wurden, wie auch die Geschwister aus diesem Wurf, nicht in der Zucht eingesetzt. Daraufhin erwarteten Optigen Forscher, dass sie
den DNA Code fuer diese unerwartete Variante isolieren und identifizieren koennen – was aber die Ausnahme die die Regel bestaetigte war.

Die DNA Revolution ist ein wunderbares Instrument und von grossem Nutzen fuer uns Zuechter, aber es sollte uns trotzdem nicht nachlaessig werden lassen. Es gibt viele andere Erkrankungen, die das Augenlicht moeglicherweise bedrohen, die nicht immer erkannt werden. Deshalb sind jaehrliche Augenuntersuchungen notwendig – zumindest fuer alle Zuchtrueden und Zuchthuendinnen., um sie gegen alle diese Erscheinungen schuetzen zu koennen fuer die es heute noch keinen DNA Test gibt.

Es gilt als erwiesen, dass diese andere Form der PRA auch beim Australian Cattle Dog vorkommt, gerade so wie die bekannte prcd-PRA.

Ich entschloss mich jetzt diese Geschichte mitzuteilen, so wie ich auch vor mehr als zehn Jahren die Beobachtungen zur prcd-PRA oeffentlich machte, damit andere Zuechter auf der Hut sein koennen und die Rasse und die Besitzer ihrer Hunde vor diesen erschreckenden Symptomen bewahrt werden.

Zweifellos hat die Erkenntnis moeglicher Risiken zusammen mit den unternommenen methodischen Schrtten die gesunden Linien beim ASTCD zu festigen, unsere Position gestaerkt, erkrankte Hunde oder Traeger zu identifizieren und zu selektieren.
Ich bitte alle Zuechter dringend wachsam gegenueber der Diagnose dieser Anzeichen zu sein und die genetische Forschung grosszuegig zu unterstuetzen.

Es wird keine Wunderwaffe geben, denn der DNA Test fuer prcd-PRA allein nuetzt wenig, solange Zuechter nicht ihre aktiv in der Zucht stehenden Tiere regelmaessig nach dem ACES Schema untersuchen lassen. Dies sollte zumindest zweijaehrig erfolgen, denn die Entdeckung genetischer Abnormalitaeten tragen BEIDE zur systematischen Verbesserung verlaesslicher DNA Tests dieser Anzeichen bei.

Uebersetzung Doris Duewel

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Über acdisla

Mit 20 Jahren war ich verheiratet und mit 28 Jahren hatte ich drei Töchter. Ih war eine gute Hausfrau und Mutter. Kochen, Waschen, Hausaufgaben mit den Kindern, kutschierte alle zu den Freizeitaktivitäten und, und und. Abends dann Befriedigung des Ehemanns. Mit 37 Jahren war ich am Ende. Drei Selbstmordversuche zeigten meine Verzweiflung. Geändert haben sie an meiner ehelichen Einöde nichts. Ich rettete mich durch Scheidung, lernte mit Feuereifer und fand einen interessanten, mich fordernden Beruf.Unterstuetzung gab mir eine neue Freundin. Die Rechnung fuer 17 Jahre ehelicher Vergewaltigung kam in Form eines Koma in dem eine meiner drei Töchter neben meinem Bett sass. Das folgende Jahr verbrachte ich im Krankenhaus und erholte mich langsam von einer fast ganzseitigen Lähmung, Verlust meiner Muttersprache und meiner Erinnerung. Halbwegs wieder intakt, bekam ich Multiple Sklerose. Nach einem langjährigen Versuch Kindern in einem Kuenstlerdorf Sport beizubringen, habe ich einen idyllischen Restbauernhof gekauft und ein Hotel fuer Hunde aufgemacht. Das wurde der grösste und erfolgreichste Spass in meinem Leben. Inzwischen fand ich in Finnland ein traumhaftes Zuhause. Auf 50 000 qm konnen wir und unsere Hunde so frei leben, wie wir es uns erträumt hatten. Mir hat die MS inzwischen einen elektrischen Rollstuhl beschert, was der Mobilität ganz neue Dimensionen gibt. Meine Gedanken habe ich hier teils in Reimen, teils in Prosa aufgeschrieben. Viel Spass beim Lesen.
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