Silhouette & Bewegung

©
Doris Duewel / Komi, Finland

An
der typischen Silhouette mit dem kraeftigen Kopf mit eher kleinen
Stehohren, dem gestreckten Gebaeude auf Läufen im Verhaeltnis
10:9, dem geraden Ruecken, mit der langen, abfallenden Kruppe und der
buschigen Rute bis zu den kurzen Sprunggelenken, erkennen wir den Australian
Cattle Dog. Die gleichmaessig guten Winkelungen vermitteln den wendigen
, lauffreudigen Arbeitshund . Sein ganzes Gebäude mit kompakter Bemuskelung
drueckt unermuedliche Ausdauer aus.

Hinter diesem
Erscheinungsbild steht ein Skelett, in dem Knochen, Muskeln , Baender
und Sehnen auf das perfekteste abgestimmt sein muessen, damit das Gangwerk
muehelos, kraftsparend und raumgreifend sein kann.

Der Schub zur Vorwaertsbewegung kommt aus der breit angelegten Hinterhand
uebertraegt sich ueber Becken, Lenden, den Ruecken auf die Vorhand,
sodass der aus der Hinterhand kommende Schub von der Vorhand im Fallen
aufgefangen wird. Daraus versteht sich auch, warum eine gesunde Vorhand
(ED) so wichtig ist.


Welcher Voraussetzungen im Gebaeude bedarf es nun?
Der vordere und hintere Lauf sind gerade, weder zu eng noch zu weit nebeneinander
stehend. Der Oberschenkel ist breit, lang und muskuloes, waehrend
der hintere , untere Lauf vom Boden bis zu den Sprunggelenken moeglichst
kurz sein sollte, um eine gute Hinterhandwinkelung zu gewährleisten.
Die Laenge von dem Rudiment des hinteren Ballens der Fussohle bis zum
Sprunglenk ist genauso lang wie vom Sprunggelenk bis zum Knie.Aus diesem
Laengenverhaeltnis zueinander resultiert die richtige Winkelung
mit starken Muskeln. Starke breite Muskeln geben dem ACD die Kraft und die
langen Muskeln machen ihn beweglich. Die daraus erzeugte Hebelwirkung laesst,
siehe Zeichnung, die Laeufe flach ausgreifen. Die Vorhand wird von der
treibenden Kraft der Hinterhand weit nach vorn geworfen. Wird der Lauf schneller
nähern sich die Pfoten immer mehr einander, bis sie sich fast beruehren.

Es dauert
nur den Bruchteil von Sekunden wenn die Hinterhand exakt dort die Spur
trifft, wo die Vorhand abgefusst hat. Waehrend dieser Bewegung bleibt
der Widerrisst absolut ruhig. Man spricht auch davon, dass ein volles
Bierglas auf dem Ruecken balanciert werden kann ohne, dass auch nur ein
Tropfen verschuettet wird. Der Kopf ist dabei die natuerliche Verlaengerung
des muskuloesen, kraeftigen Hals und Rueckens.

Die buschige
Rute dient als Steuer und wird im Lauf halb hoch getragen. Keinesfalls
darf sie so hoch getragen werden, dass sie eine gedachte Senkrechte vom
Ansatz aus durchbricht. Die Laufknochen sind stark und bedingen die kraftvolle
Ausdauer. Dazu gehoeren auch die festen, runden Pfoten.

Die Front
ist mit dem Knochengeruest des Koerpers nur durch Muskeln verbunden.
Ihnen kommt verstaendlicherweise eine grosse Bedeutung zu. Die Frontwinkelung
wird duch das weit nach hinten reichende Schulterblatt und dem kuerzeren
Oberarm in einem offenen ca. 130 Grad Winkel gebildet.

Bei nicht
ausreichender Winkelung stelzt der Hund, sein Gangwerk ist gebunden, die
Schrittfolge kurz.Als Folge greift der Vorderlauf nicht weit genug nach
vorn.

Je besser
die Muskelatur an Hals, Vorbrust und den Laeufen ausgebildet ist,
desto besser ist die Uebertragung von Kraft und Ausdauer der Vorwaertsbewegung.
Die Schulterblaetter sollen am hoechsten Punkt nicht vollstaendig
zusammengehen, damit die Beweglichkeit gewährleistet bleibt. Die
Rippenwoelbung darf keinesfalls an eine Tonne erinnern. Die Rippen
liegen flach am Koerper, sodass kein ueberladener Eindruck entsteht.Das
wuerde die Leichtigkeit der Bewegung stark behindern. Um die grosse Wendigkeit
in den Bewegungen mit den dem ACD zu eigenen Wendungen muehelos zu gewaehrleisten,
duerfen die Ellenbogen nicht zu eng am Koerper anliegen. Gleichzeitig
duerfen aber die Ellenbogen nicht so weit abstehen, dass zwischen sie
und den Brustkorb eine ganze Maennerfaust passt. Gut ist, wenn man
die flache Damenhand zwischen Ellenbogen und Koerper schieben kann.

Bei nicht
korrekten Abmessungen der Knochen, muessen sich zwangsweise Muskeln und
Baender fehlerhaft entwickeln., was sich in einer eingeschränkten
Bewegung zeigt und den ACD schneller ermueden lässt. Wir sollten
nicht vergessen, dass der ACD als unermuedlicher Treibhund gearbeitet
hat. Dieses Vermaechtnis sollten wir in Ehren halten und nicht versuchen
aus dieser wundervollen Rasse etwas zu machen, fuer das sie nicht gezuechtet
wurde.

Was passiert
nun, wenn die Vorhand gut gewinkelt ist, aber die Hinterhand ist zu steil?
Die Silhouette im Lauf entbehrt jeder Harmonie. Der Hintermittelfussknochen
ist zu lang, die Oberschenkelmuskulatur ist ungenuegend ausgepraegt,
wodurch der Oberschenkel schmal wird. Es kann kein Schub mehr entstehen.
Die Hinterhand greift nicht mehr weit unter den Körper, die Schrittlaenge
ist kurz. Waehrend die korrekt gewinkelte Vorhand sich nicht entfalten
kann und versucht die ungleichen Bewegungen mit einer Art Hackney Bewegung
auszugleichen, werden die Hinterlaeufe nur hinterher geschleppt. Keine
Frage, dass der Lauf uneffektiv ist. So wie die Vorhand ein langes, schraeg
gelagertes Schulterblatt braucht, so muss das Becken breit, kräftig
und muskulös sein. Diese kraeftigen und breiten Muskeln setzen
sich in Ober- und Unterschenkel fort, damit der starke Schub aus der gesamten
Hinterhand kommen kann. Gleichzeitig muss das Sprunggelenk grösste
Beweglichkeit garantieren, damit der ACD jeder Bewegung der Rinder unverzueglich
folgen kann.

Im Stand
stehen die Laeufe gut unter dem Koerper, den sie tragen. Zieht
man vom Hueftbeinhoecker eine gedachte Senkrechte, muss diese das
Knie beruehren.

Ein derartig
kompakter Koerper erfuellt alle Voraussetzungen an Kraft und Ausdauer.

Wird das
Gebaeude des ACD zu kurz, verpufft der Schub aus der Hinterhand, weil
die Hinterlaeufe nicht nach vorn ausgreifen koennen. Ist der Koerper
allerdings zu lang, ist haeufig der Ruecken zu weich und aehnelt
den Eisenbahnen mit elastischem Zwischenteil. Der Lauf wird schaukelig
und unharmonisch. Ist der Hund gleichmaessig schlecht gewinkelt, sieht
das zwar harmonischer aus, aber die Bewegungen sind steif, die Schritte
haben nicht genuegend Reichweite und Kraft. Darunter leidet dann die fuer
unsere Rasse so typische Ausdauer.

Ein ueber
den Boden leichtfuessig schwebender Hund ist nicht nur eine
wahre Freude fuer das Auge, zeigt es uns doch, dass alle im Standart geforderten
Merkmale vortrefflich auf einander abgestimmt sind. Kraft und Ausdauer
in einer harmonischen Silhouette kennzeichnen den Australian Cattle Dog
im Lauf.

copyright
© Doris Duewel, alle Rechte
vorbehalten / webmaster : Doris

 

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Über acdisla

Mit 20 Jahren war ich verheiratet und mit 28 Jahren hatte ich drei Töchter. Ih war eine gute Hausfrau und Mutter. Kochen, Waschen, Hausaufgaben mit den Kindern, kutschierte alle zu den Freizeitaktivitäten und, und und. Abends dann Befriedigung des Ehemanns. Mit 37 Jahren war ich am Ende. Drei Selbstmordversuche zeigten meine Verzweiflung. Geändert haben sie an meiner ehelichen Einöde nichts. Ich rettete mich durch Scheidung, lernte mit Feuereifer und fand einen interessanten, mich fordernden Beruf.Unterstuetzung gab mir eine neue Freundin. Die Rechnung fuer 17 Jahre ehelicher Vergewaltigung kam in Form eines Koma in dem eine meiner drei Töchter neben meinem Bett sass. Das folgende Jahr verbrachte ich im Krankenhaus und erholte mich langsam von einer fast ganzseitigen Lähmung, Verlust meiner Muttersprache und meiner Erinnerung. Halbwegs wieder intakt, bekam ich Multiple Sklerose. Nach einem langjährigen Versuch Kindern in einem Kuenstlerdorf Sport beizubringen, habe ich einen idyllischen Restbauernhof gekauft und ein Hotel fuer Hunde aufgemacht. Das wurde der grösste und erfolgreichste Spass in meinem Leben. Inzwischen fand ich in Finnland ein traumhaftes Zuhause. Auf 50 000 qm konnen wir und unsere Hunde so frei leben, wie wir es uns erträumt hatten. Mir hat die MS inzwischen einen elektrischen Rollstuhl beschert, was der Mobilität ganz neue Dimensionen gibt. Meine Gedanken habe ich hier teils in Reimen, teils in Prosa aufgeschrieben. Viel Spass beim Lesen.
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