Taubheit beim ACD

© Doris Duewel / Komi, Finland / December 2009
photo by Ilse Sadleder / Zwinger „Teufelsjoch“ und Tuulia Heikkinen / kennel Windwarriors

Warum so oft ein Todesurteil durch Zuechter?
Die Taubheit bei Australian Cattle Dog geht auf das Dalmatiner Erbe, also auf die weisse Farbe zurueck.
Wissenschaftlich heisst der Begriff “Congenitale Taubheit” und nachgewiesen wird es mit dem BAER Test, einer objektiven Diagnose der Taubheit, die sich auf den“brain stem auditory evoked response“ (BAER) Test stuetzt, Dabei werden elektrische Aktivitäten als Antwort auf eine Stimulanz mit Nadel-Elektroden und einem speziellen Computer auf der Kopfhaut gemessen.
Die Untersuchung mittels eines elektrisch diagnostischen Tests wird bei speziell ausgebildeten Tierärzten durchgefuehrt.
Das Ergebnis ist heute in vielen Zuchtordnungen, aber nicht in allen, verankert und gilt als wichtige Vorentscheidung ueber die Zuchtfähigkeit eines Hundes

Unausrottbar – aber doch beeinflussbar

Diese Form der Taubheit vererbt sich rezessiv (verdeckt), was in der Praxis bedeutet, sie ist unausrottbar. Aber Zuechter können bei ihrer Auswahl der Zuchtpartner das Problem in seiner Häufigkeit beeinflussen.
Es leuchtet jedem ein, dass je weniger mit uni- oder bilateralen Hunden gezuechtet wird, umso geringer
ihr Anteil in der Zucht. Doch das gilt nur, wenn BAER Tests bei allen Zuchttieren Auskunft ueber ihr Hörvermögen geben. In Ländern, in denen dies nicht vorgeschrieben ist vor Zuchtverwendung, ist es oftmals schwierig fuer einen Zuechter in der Wurfkiste eine einseitige Schwerhörigkeit zu erkennen. So wird in Unkenntnis mit manch einem unilateralen Hund gezuechtet. Allerdings lassen die meisten Zuechter den BAER Test inzwischen vornehmen, auch wenn in seinem Land/Kontinent keine Zuchtordnung ihn vorschreibt.
In älteren ACD Generationen in Australien beispielsweise wurde ein Hund nach seiner Eignung als Huetehund beurteilt. Diese Selektion zeigt noch heute, wie vorteilhaft es fuer die Rasse war.
Unsere Hunde haben ein ausgezeichnetes Riechvermögen, das ihnen alle Ueberlebensmöglichkeiten garantiert. Das 100%ige Hörvermögen, war da eher zweitrangig. Hunde sind Rudeltiere und richten ihr Verhalten nach dem anderer Rudelmitglieder aus.
Also ist eine Selektion am Ende gar nicht nötig? Leider doch, denn so wie ein Hund einseitige Taubheit vererben kann, kann er im selben Wurf auch beidseitige Taubheit vererben. Eine Veranlagung, die genetisch nicht festgelegt ist. Auch nicht vererbt, wird eine geschlechtsspezifische Taubheit. Ob Ruede oder Huedin spielt fuer die Ausprägung der Krankheit keine Rolle. Es kann beide treffen.
Hunde mit einseitigem Hörvermögen sind imstande alles das zu lernen, was ein beidseitig hörender Hund auch kann. Er wird durch seine einseitige Taubheit nicht behindert.
Es gibt keinen Grund sie einzuschläfern – wohl aber einen Grund sie nicht zu vermehren, also in der Zucht einzusetzen.
Ein Problem besteht allerdings. Beim ACD sind einer Statistik zufolge 12,2% einseitig und 2,4% beidseitig taub. Nähme man sie alle aus der Zucht, nähme man gleichzeitig auch anderweitig wichtige Merkmale aus der Zucht. Der Genpool verringert sich damit erheblich. Die Vielfalt aller Eigenschaften und Merkmale wuerde weiter verringert.

Ein tauber Welpe – was nun?

Wie verhält es sich nun mit beidseitig tauben Welpen? Sie schlafen wesentlich mehr und tiefer als ihre hörenden Geschwister, verfuegen ueber eine beachtliche Wesensfestigkeit. Warum sollte der Mensch das nicht fuer sich nutzen? Ich kenne Hunde, hörend oder auch nicht ist mir nicht bekannt, die auf Handzeichen ausgebildet wurden, weil um ihr Trainingsgelände inzwischen Hochhäuser standen, wo frueher freies Feld war. Alle Hunde und Besitzer haben begeistert mitgemacht. Es muessen also Kommandos nicht immer mehr oder minder laut gebruellt werden.
Natuerlich muss man immer in Sicht- oder Riechweite seines tauben Hundes bleiben, aber die Verbindung zum Freund Hund ist darum umso enger. Eine beglueckende Belohnung, mit der wir uns selber beschenken und die der Hund seinem Menschen ganz umsonst schenkt.
Wer sensibel genug ist, um sich auf einen tauben Hund einzulassen, wird reich belohnt durch dessen Zuneigung. Es besteht kein Grund diese liebenswerten Welpen einzuschläfern!
copyright © Doris Duewel, alle Rechte vorbehalten / webmaster : Doris

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Über acdisla

Mit 20 Jahren war ich verheiratet und mit 28 Jahren hatte ich drei Töchter. Ih war eine gute Hausfrau und Mutter. Kochen, Waschen, Hausaufgaben mit den Kindern, kutschierte alle zu den Freizeitaktivitäten und, und und. Abends dann Befriedigung des Ehemanns. Mit 37 Jahren war ich am Ende. Drei Selbstmordversuche zeigten meine Verzweiflung. Geändert haben sie an meiner ehelichen Einöde nichts. Ich rettete mich durch Scheidung, lernte mit Feuereifer und fand einen interessanten, mich fordernden Beruf.Unterstuetzung gab mir eine neue Freundin. Die Rechnung fuer 17 Jahre ehelicher Vergewaltigung kam in Form eines Koma in dem eine meiner drei Töchter neben meinem Bett sass. Das folgende Jahr verbrachte ich im Krankenhaus und erholte mich langsam von einer fast ganzseitigen Lähmung, Verlust meiner Muttersprache und meiner Erinnerung. Halbwegs wieder intakt, bekam ich Multiple Sklerose. Nach einem langjährigen Versuch Kindern in einem Kuenstlerdorf Sport beizubringen, habe ich einen idyllischen Restbauernhof gekauft und ein Hotel fuer Hunde aufgemacht. Das wurde der grösste und erfolgreichste Spass in meinem Leben. Inzwischen fand ich in Finnland ein traumhaftes Zuhause. Auf 50 000 qm konnen wir und unsere Hunde so frei leben, wie wir es uns erträumt hatten. Mir hat die MS inzwischen einen elektrischen Rollstuhl beschert, was der Mobilität ganz neue Dimensionen gibt. Meine Gedanken habe ich hier teils in Reimen, teils in Prosa aufgeschrieben. Viel Spass beim Lesen.
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