Zucht des Australischen Cattledogs – offensichtliche Rassenfehler

Australian Champion Tagetarl Fire In The Sky
© von Carol Beckett, Richter fuer Australian National Kennel Council Licenced Working (herding) Dog und Toy dog
Besitzer des bekannten TAGETARL KENNELS in Australian

Wendigkeit, Intelligenz und Kraft, die in unserem Australian Cattle Dog so bewundert werden, sind das Ergebnis seiner Evolution in unserer duerren Landschaft. Das Ueberleben unter diesen harten Bedingungen hat seinen Typ geformt. Zu seinen Wurzeln gehoert das wahre, ungezaehmte Australien. Lange bereits verehrt von Rindertreibern, wurde er zum lebenslangen Begleiter und unersetzlichen Helfer vieler tapferer Maenner.

Trotzdem gibt es eine Reihe offensichtlicher Rassefehler, die heutige Richter und Zuechter wahrnehmen und bekaempfen muessen. Der Rassestandard bietet eine zweckmaessige Anleitung dafuer.

Als ein Arbeitshund muss er als gemaessigt betrachtet werden. Jegliche anatomische Uebertreibung muss als fremdartig bezeichnet werden.

Korrekte, muehelose Bewegung ist von genauso ueberragender Bedeutung, wie gute Knochenstaerke, gesunder Koerperbau und ein verlaessliches Temperament.
Wenn man sich seine Fellfarbe wegdenkt, hat er das Aussehen eines kraeftig gebauten wilden Hundes wie dem Dingo.

Richtet man den ACD, ist der Rassetyp von ueberragender Bedeutung.
Typ wird definiert als ein Zusammenwirken verschiedener Merkmale, die einer Rasse ihre einzigartige Erscheinung verleihen.
Wird der Hund vorgefuehrt, fragt man sich, aehnelt er einem ACD, bewegt er sich frei und ungezwungen, sieht er gesund aus?
Der kraeftige Kopf ist in Balance mit dem ganzen Hund und sollte keinesfalls unproportioniert wirken.

Ein Vertreter dieser Rasse mit einem hervorragenden Kopf, aber armseligen Winkelungen ist zum Beispiel, weniger fuer seine Aufgabe geeignet, als ein im Gebaeude ausgeglichener Hund mit einem nur durchschnittlichen Kopf.

Der Standard fordert einen Oberkopf, der parallel zum Fang verlaeuft. Viele Hunde aber tendieren bereits zu einem gewoelbten Oberkopf. Das ist voellig untypisch fuer einen echten meso-zephallischen oder dingo aehnlichem Kopf, dessen Aussehen deutlich im Standard beschrieben ist.
Ein verkuerzter Fang endet in schneller Atmung nach der Arbeit und
begrenzt so die Ausdauer. Ein kurzer Fang wird faelschlicherweise fuer einen „starken“ Fang gehalten. Dies ist vollkommen falsch, da das ‚Kraftwerk‘ in dem Muskel liegt, der zu einem grossen Teil am Oberkopf , sowie an den unter den Augen befindlichen Knochen befestigt ist.

Das korrekte Verhaeltnis von Oberkopf zu Fang ist 3:2.
Der Koerper besteht aus vielen Teilen, die gewoehnlich in der Bewegung sichtbar werden. Zu lange Ruecken schraenken die Beweglichkeit in den Wendungen ein. Das korrekte Verhaeltnis von Laenge zu Hoehe ist 10:9. Gemessen wird vom pro-sternum bis hinter die Gesaessbacken. Im Vergleich zur gemessenen Hoehe vom Boden bis zum Schulterblatt; d.h. ein Hund,der 45.7 cm hoch ist, sollte 50.8 cm messen. Dies ergibt nur eine extra Laenge von10%, was fast unerheblich ist.

Zu geringe Winkelung ist das offensichtlichste und ein ernstzunehmendes Problem in unserer heutigen Population. Eine steile Hinterhandwinkelung wird den Schub begrenzen und zusammen mit einer zu wenig abfallenden Schulter in einem gestelzten Gang enden.
Diese beiden Fehler verhindern, dass der Hund Boden deckt. Man muss zur Kenntnis nehmen, dass im Standard ganz deutlich eine gut entwickelte Hinterhand gefordert wird und NICHT eine (mittel) maessige Winkelung des Knies und eine nur maessig nach hinten reichende Schulter. Es sind nicht weniger als 90 Grad Winkelungen zwischen den Knochen.

Ein zu enger Brustkorb mit zu geringer pro-sternum (Brustbein) Entwicklung
verkleinert den Raum fuer die Lunge und die Ausbreitung der Herzkapazitaet. Eine zu steile, enge Hinterhand verringert die Beweglichkeit in der Wendung, wenn sich der Hund auf der Hinterhand dreht. Beide Fehler begrenzen die Ausdauer und sollten deshalb abschreckend bei Zuchterwaegungen wirken.
Der Standard fordert auch eine waagerechte Oberlinie. Einige haben das falsch ausgelegt, als sei eine ‚Tischplatte‘ gemeint. Das Ergebnis war eine offensichtliche Verringerung der Laenge sowie die Reduzierung der abfallenden Kruppe, und in der Konsequenz ein hoher Rutenansatz.
Die korrekte Oberlinie sollte gerade und fest sein mit einer sehr geringen Erhebung ueber dem Gebiet der Lende, um dem Ruecken Flexibilitaet zu geben. Zusammen mit einer korrekt abfallenden Kruppe kann der Hund seine Hinterhand besser unter den Koerper bringen.

Ein zunehmendes Problem ist die Anzahl der Hunde, die hinten ueberbaut erscheinen. Eine Oberlinie, die von der Lende bis zum Schulterblatt abfaellt ist nicht korrekt und kann das Ergebnis einer Reihe von Fehlern sein. Dazu gehoert: kurzer Oberarm, steile Kniewinkelungen, ueberlange Hintermittelfussknochen oder eine schwache Hinterhand.

Farbfehler schliessen zu helle oder zu dunkle Hunde, die nicht von mittlerem Blau sind, aus. Blaue oder schwarze Haare im Fell roter Hunde sind nicht korrekt, wie auch scharze Markierungen an anderen Stellen als am Kopf. Der weisse Stern, auch ‚Bentley Abzeichen‘ genannt, ist ein Wahrzeichen der Rasse und wird als Reinheitsbeweis bewertet.Ein helleres Fell in der Rute ist ebenso ein deutliches Rassekennzeichen. Hellere Ruten wurden bevorzugt, da der Hund von den Rindertreiben bei Nacht besser gesehen werden konnte
Gebaenderte oder waschbaeraehnliche Ruten zeigten an, dass der Hund das modifizierte Gen traegt und somit gesprenkelte/getuepfelte Nachkommen haben kann. ‚Gesprenkelt (speckled) und ‚getuepfelt‘ (mottled) muss bevorzugt werden im Vergleich zu den mehr einfarbig Blauen oder Roten, da Rinder nur einfarbig sehen koennen. Ein gesprenkelter Hund bleibt fuer sie verborgen und vermischt sich visuell mit dem Hintergrund. So ist er fuer die Herde unsichtbar.

Ein getuepfelter (mottled) Hund darf niemals weiss mit blauen oder roten Flecken erscheinen. Obwohl seine Farbe attraktiv ist, ist sie doch ein ernsthafter Fehler. Der Hund muss immer blau oder rot mit weissen Flecken sein. Trotzdem ist die Farbe im Verhaeltnis zum Gebaeude zweitrangig und sollte auch so gerichtet werden.

Alle Koerperteile sind gleich wichtig. Ein korrekt balancierter Hund mit typischen Cattle Dog Zuegen, wird seinen echten, anstrengungsfreien Gang zeigen. Ein Minimum an Anstrengung ist notwendig um ein Maximum an Bodendeckung zu erreichen. Eine huepfende Bewegung ist fehlerhaft.

Der Cattle Dog ist ein mutiger, wendiger Hund mit fuer jede andere Rasse ungewoehnlichen Farbabzeichen. Er ist unser WAHRHAFTER , einzigartiger Aussie, unvergleichlich in seiner Faehigkeit stoerrische Rinder zu treiben, der unseren ganzen Respekt verdient.

Die Zukunft dieser Rasse liegt in den Haenden seiner Zuechter und Richter, die jedwede Anstrengung unternehmen muessen, um soviel an Wissen und Erfahrung zu erreichen, wie es nur moeglich ist.

Siehe obiges Photo: Australian Champion Tagetarl Fire In The Sky
Dieser Hund ist ein Beispiel fuer einen korrekten Australian Cattle Dog. Er hat ideale Winkelungen, eine hervorragende Oberlinie und korrekte kompakte Koerperproportionen.
Beachte: Die Brusttiefe, die bis zu den Ellenbogen reicht und das richtig entwickelte pro-sternum (Vorbrust).Die starken Knochen dieses Hundes verbunden mit gut gewoelbten Rippen. Korrekte Nackenlaenge, die nahtlos in die Schultern uebergeht. Lange, abfallende Kruppe mit der geforderten, niedrig angesetzten Rute.

Die richtigen Proportionen dieses Hundes zeugen von Kraft ohne Uebertreibung.

copyright © Doris Duewel, alle Rechte vorbehalten /
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Über acdisla

Mit 20 Jahren war ich verheiratet und mit 28 Jahren hatte ich drei Töchter. Ih war eine gute Hausfrau und Mutter. Kochen, Waschen, Hausaufgaben mit den Kindern, kutschierte alle zu den Freizeitaktivitäten und, und und. Abends dann Befriedigung des Ehemanns. Mit 37 Jahren war ich am Ende. Drei Selbstmordversuche zeigten meine Verzweiflung. Geändert haben sie an meiner ehelichen Einöde nichts. Ich rettete mich durch Scheidung, lernte mit Feuereifer und fand einen interessanten, mich fordernden Beruf.Unterstuetzung gab mir eine neue Freundin. Die Rechnung fuer 17 Jahre ehelicher Vergewaltigung kam in Form eines Koma in dem eine meiner drei Töchter neben meinem Bett sass. Das folgende Jahr verbrachte ich im Krankenhaus und erholte mich langsam von einer fast ganzseitigen Lähmung, Verlust meiner Muttersprache und meiner Erinnerung. Halbwegs wieder intakt, bekam ich Multiple Sklerose. Nach einem langjährigen Versuch Kindern in einem Kuenstlerdorf Sport beizubringen, habe ich einen idyllischen Restbauernhof gekauft und ein Hotel fuer Hunde aufgemacht. Das wurde der grösste und erfolgreichste Spass in meinem Leben. Inzwischen fand ich in Finnland ein traumhaftes Zuhause. Auf 50 000 qm konnen wir und unsere Hunde so frei leben, wie wir es uns erträumt hatten. Mir hat die MS inzwischen einen elektrischen Rollstuhl beschert, was der Mobilität ganz neue Dimensionen gibt. Meine Gedanken habe ich hier teils in Reimen, teils in Prosa aufgeschrieben. Viel Spass beim Lesen.
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